„Highway to hell“ oder bessere Mobilität für Studis?

Studentische Verkehrspolitik und der richtige Umgang mit ihren Herausforderungen

 

Die Zahlen sprechen für sich: knapp 70% des Semesterbeitrags gehen für das Semesterticket drauf. Also dafür, dass 32.000 Personen täglich ihren Weg zur Uni finden oder aber auch Mobilität im Rhein-Main-Gebiet für Nebenjob oder Freizeitaktivitäten genießen. Dennoch scheint Verkehrspolitik in der hochschulpolitischen Landschaft unterschätzt zu sein. Sie ist bürokratisch, theoretisch und ungreifbar, oder kurz – unsexy. Dennoch birgt sie viele Herausforderungen, denn der Beitrag für das Semesterticket steigt jährlich – Besserung nicht in Sicht, denn die Erhöhungen sind schlichtweg vorprogrammiert. Bestehende Verträge, beispielsweise zur ungünstigen Regelung für die Nutzung der MVG-Mieträder, sind dringend ausbaufähig.

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Auferstanden als Ruine

Das ist leider auf dem Uni-Campus keine hohle Phrase. Der miserable bauliche Zustand vieler Gebäude an der JGU fällt jedem auf, der nur einmal den Campus betreten hat. Abrissreife Gebäude, bei denen es seit Jahren nicht vorwärts geht, riesige unbebaute, zugemüllte Flächen mitten auf dem Campus und ein Eingang, den man seit über einem halben Jahr nicht nutzen kann, sind hier nur die Spitze des Eisberges.  

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Warum Jogustine schlecht ist und was die Unileitung dazu sagt

Fast alle Studis hatten schon ein Problem mit der Campus Management Software „Jogustine“, manche größere, andere kleinere und auch die Mitarbeiter*innen der Universität können ein Lied über die problembehaftete Software singen. Doch was sagen eigentlich Universitätsleitung und ZDV zu den zahlreichen Problemen der Studierenden und Angestellten mit Jogustine? Die Juso-HSG hat nachgefragt.

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Nichtkommerzielle Freiräume erhalten!

Zum drohenden Abriss des Haus Mainusch erklärt die Juso-Hochschulgruppe:

 

Sollte es aufgrund von baulichen Notwendigkeiten tatsächlich dazu kommen, dass das Haus Mainusch in seiner jetzigen Form nicht weiterbestehen kann, so soll dafür ein angemessener Ersatz (auch räumlicher Art) gefunden werden, an dem nicht kommerzielle studentische Kultur stattfinden kann. Ein Ort des individuellen Freiraumes, der als Treffpunkt und Veranstaltungsort dient, bleibt auch in Zukunft für die Entfaltung studentischer Kultur unverzichtbar.

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Mehr differenzieren, bitte! Statement der Juso-Hochschulgruppe zum heutigen offenen Brief

Zum heute veröffentlichten offenen Brief betreffend die Hochschulfinanzierung in Rheinland-Pfalz erklärt die Juso-Hochschulgruppe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz:

 

Völlig zu Recht prangert der offene Brief die unzureichende Finanzierung der Hochschulen an, die sich nun noch weiter verschlechtern soll, da die Schuldenbremse in der Landesverfassung weitere Einsparungen erzwingt. Gegen diese rigide Sparlogik wenden wir uns grundsätzlich – mit den im Brief genannten sinkenden Studierendenzahlen argumentiert demgegenüber nicht einmal die Landesregierung selbst. Auch im weiteren reiht sich im offenen Brief berechtigte Kritik neben sachlich fehlgehende, weswegen wir als Juso-Hochschulgruppe ihn nicht in vollem Umfang unterstützen können.

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Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Heute vor 72 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit.

Zwischen 1940 und 1945 wurden dort über eine Millionen Menschen, vor allem Jüdinnen und Juden, systematisch ermordet.


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Martin Schulz, "eine geile Sau“

Im November 2015 war Martin Schulz an unserer Uni zu Gast, um mit uns eine spannende und leidenschaftliche Debatte über die aktuellen Herausforderungen für Europa zu führen.

Seine klaren Haltungen zu Europa und dem  sozialen Zusammenhalt in unserer Gesell-schaft haben uns dabei überzeugt.

 

Daher freuen wir uns umso mehr, dass Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD zur kommenden Bundestagswahl wird.

#jetztistschulz

 

Stellungnahme zu den Vorkommnissen im Rahmen des fclr

Das festival contre le racisme (fclr) des Allgemeinen Studierendenausschusses der Uni Mainz (AStA) fand vom 06. bis zum 10. Juli 2016 an der Johannes Gutenberg-Universitat Mainz statt. Dieses hatte als Schwerpunktthema Antiziganismus, weitere behandelte Themen waren antimuslimischer Rassismus, Critical Whiteness, sowie Intersektionalität.

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Vom Kulturreferat zum Katastrophenreferat

 

In früheren Zeiten galt der Arbeitsbereich für Kultur immer als stabilisierender Faktor für einen AStA in Schwierigkeiten, denn mit Kulturveranstaltungen wie der SÖF und anderen Parties, oder auch der Kooperation mit dem Staatstheater, kann man in der Regel bei allen Studis punkten. Der grün-schwarze Chaos-AStA bricht jedoch auch mit dieser Tradition, denn im Verlauf der Amtsperiode hat sich das selbsterklärte "#Musterreferat" selbst zum Problembär entwickelt.

 

Der Arbeitsbereich für Kultur war in letzter Zeit vor allem mit einem beschäftigt: Sich selbst. Im Rahmen interner Streitigkeiten haben drei Referent*innen den Arbeitsbereich bereits verlassen, ein Referent wechselte von CampusGrün zum Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und in den letzten Monaten machte das Kulturreferat vor allem durch einen heftig geführten Streit auf sich aufmerksam, in dessen Verlauf sich die Mitglieder des Arbeitsbereiches öffentlich im Studierendenparlament gegenseitig Mobbing, Rassismus, Stalking, Faulheit und das Abgreifen von Aufwandsentschädigungen vorwarfen. Nachdem beide Seiten dem überforderten AStA-Vorstand Untätigkeit vorwarfen, kam es zum Eklat und eine Referentin von CampusGrün entschied sich zum Rücktritt, nachdem ihr von den RCDS-Referenten bereits mit einem Misstrauensvotum gedroht wurde.

 

Nur zu verständlich, dass die eigentliche Arbeit des Kulturreferates in dieser vergifteten Atmosphäre viel zu kurz kam. So beklagten sich nicht nur Mitarbeiter des Kulturcafés über die mangelnde Erreichbarkeit des Arbeitsbereiches für Kultur, sondern auch das Studierendenwerk kritisierte die mangelnde Kommunikation der Kulturreferent*innen mit dem Studierendenwerk in Bezug auf gemeinsame Sitzungen, deren Ziel es ist, das vom Bankrott bedrohte Kulturcafé vor der Pleite zu retten.

 

Die Überforderung der verbliebenen Kulturreferenten, die zwischenzeitlich auch eine Nachtzulage zusätzlich zu ihrer Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 € verlangten, macht sich auch dadurch bemerkbarer, dass viele Veranstaltungen des Kulturreferates an kommerzielle Anbieter ausgelagert wurden, häufig zu finanziellen Lasten der Studierendenschaft. So hat das Kulturreferat das Booking und die Technik für die SÖF an die Musikmaschine abgegeben, ein Teil des normalerweise vom Arbeitsbereich für Kultur bereitgestellten Programmes des Kulturcafés soll von DasDing übernommen werden, während aber gleichzeitig Kosten und finanzielles Risiko weiter beim AStA liegen sollen und eine Elektropartyreihe ließ man von persönlichen Freunden organisieren – für ein saftiges Honorar. Da passt es nur ins Bild, dass der grün-schwarze AStA im vergangenen Monat eine Stelle als "Aushilfe Kulturkoordination" auf 450 €-Basis für das Kulturreferat ausgeschrieben hat, um für 450 € im Monat die Arbeit zu erledigen, die Kulturreferent*innen für gewöhnlich für 300 € machen.

 

Eine Folge der durch das Kulturreferat vorangetriebenen Kommerzialisierung des studentischen Kulturbetriebes an der Universität ist auch, dass immer mehr Veranstaltungen des AStA im Kulturcafé nun satte Eintrittsgelder in Höhe von bis zu 10 € kosten. Die Studierenden der Universität werden dadurch gleich dreimal zur Kasse gebeten, indem sie über ihren Semesterbeitrag Kulturreferenten bezahlen, die mit Studigeldern kommerzielle Anbieter dafür bezahlen, Veransaltungen zu organisieren, die dann wiederum Eintrittsgeld verlangen. Vielleicht ist es aber auch gar keine böse Absicht, sondern nur fehlendes Verhandlungsgeschick. Wie im Fall der SÖF, als die MVG es schaffte, dem Kulturreferat 600 Euro für zusätzliche Busse aus den Rippen zu leiern, obwohl der AStA mit den Semesterticketgeldern der immerhin 32.000 Studierenden, die er vertritt, bester Kunde der MVG ist und die Verkehrsbetriebe die zusätzlichen Busse beim AStA-Sommerfest grundsätzlich kostenlos fahren lassen.

 

AStA-Quellen zufolge hat der Arbeitsbereich für Kultur es nun auch durch mangelnde Kontrolle von Organisationspartnern geschafft, bei der SÖF – in früheren Jahren immer Goldesel des Kulturreferates mit fünfstelligen Gewinnen – nur um Haaresbreite einen Verlust zu vermeiden. Sollte sich dies als zutreffend erweisen, kann man nur festhalten: Für das Kulturreferat kann das Ende der Amtsperiode gar nicht früh genug kommen.

 

Die Kritik an der Frauenförderung der JGU ist sachlich falsch und inhaltlich unverständlich

In den vergangenen Tagen äußerte sich der Universitätsmitarbeiter Manuel Deis in einem 'offenen Brief', gerichtet an Universitätspräsident Krausch, kritisch in Bezug auf die Frauenförderung der Universität. Die Juso-Hochschulgruppe lehnt diese Kritik ab, da sie sachlich falsch ist und inhaltlich an der Realität vorbeigeht.

 

"Um zu sehen, dass Frauenförderung notwendig ist, müsste Herr Deis nur einmal aus seinem Büro schauen", sagt Zehra Bulut, ehemaliges Mitglied im Senatsausschuss für Gleichstellungsfragen und Studentin im Fachbereich 08. So beträgt der Frauenanteil der Studierenden im Fachbereich 08 (Mathematik, Physik, Informatik), in dem Herr Deis arbeitet, nur 38 %. Schaut man sich die Geschlechterverteilung im übrigen Fachbereich an, wird das Bild nicht besser: Nur 21% bei den Promovierenden, nur 12% wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und nur 7% Professorinnen. Dass beim Girl's Day/Boy's Day Mädchen und junge Frauen gerade in diesen Fachbereich eingeladen werden, dürfte in anbetracht der Zahlen nicht verwunderlich sein.

Die von Herrn Deis aufgestellte Behauptung, dass Männer an der Universität auf dem Rückzug seien, ist schlichtweg falsch. So ist es zwar richtig, dass der Frauenanteil bei den Studienanfänger*innen bei etwas mehr als 60% liegt, den Rest der Statistik verschweigt Herr Deis allerdings wohlweislich: Obwohl mehr Frauen als Männer ein Studium beginnen, sind Männer und Frauen bei den Promovierenden bereits wieder gleichauf, bei den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen sinkt der Frauenanteil bereits auf etwas mehr als 40%, bei den Professor*innen sinkt er bis auf 25%. Das Phänomen des sinkenden Frauenanteils, je höher man die Leiter hinaufschaut, zieht sich durch alle Ebenen der Universität, so auch durch die universitären Gremien. Auf 11 Dekane kommt eine Dekanin, im Senat beträgt der Frauenanteil 35%. In Anbetracht dieser Zahlen ist es nicht nur verständlich, sondern lobenswert, dass die Universität so viele Programme zur Frauenförderung unterhält und insbesondere zur Unterstützung und Beratung von Frauen, die eine Wissenschaftskarriere anstreben.

 

Die Kritik, die Herr Deis gegenüber der Frauenbibiliothek des AlleFrauen-Referates des Allgemeinen Studierendenausschusses ausübt, ist in der Sache nicht korrekt und darüber hinaus unangebracht. Das AlleFrauen-Referat verfügt, wie alle anderen Autonomen Referate des AStA, über ein jährliches Budget, über das es frei verfügen kann. Dass es einen Teil dieses Budgets in den Unterhalt und die Erweiterung einer sehr umfangreichen Bibliothek investiert, hält die Juso-Hochschulgruppe für begrüßenswert. Auch Männer können sich jederzeit alle Medien der Frauenbibliothek per Fernleihe ausleihen. Darüber hinaus gibt es auch als Mann die Möglichkeit, die Bibliothek an einem Tag der offenen Tür zu besichtigen. In den mehr als 20 Jahren des Bestehens der Frauenbibliothek, hat allerdings noch kein Mann von diesem Recht Gebrauch gemacht. Die von Herrn Deis behauptete Ungerechtigkeit für männliche Studierende in der Finanzierung der Frauenbibliothek besteht demzufolge nicht. "Wenn sich Herr Deis so sehr von den finanziellen Ungerechtigkeiten im Leben der Studierenden betroffen fühlt, könnte er sich ja als Nächstes des skandalösen Umstands annehmen, dass sein Job-Nahverkehrsticket als Mitarbeiter der Universität durch die Campus-Parkgebühren der Studierenden querfinanziert wird", so Robert Herr, studentisches Senatsmitglied.

 

Dass Herr Deis, der an seinem Arbeitsplatz im Fachbereich 08, Teil einer 88% starken männlichen Mehrheit ist, von einer zu fördernden männlichen Minderheit spricht, ist grotesk. Dass sein 'offener Brief' unterdessen im Internet und der Blogosphäre von radikalen Maskulinisten und Frauenhassern gefeiert wird[1], hätte er vorraussehen können.

 

Die Juso-Hochschulgruppe bekennt sich zur Notwendigkeit des Feminismus sowie zur Gleichstellung der Geschlechter und unterstützt die Universitätsleitung in ihrem Bestreben, die Universität zu einem Raum der Gleichstellung, der Diversität und frei von Diskriminierung zu machen.

 

 

[1] Siehe unter anderem: http://genderama.blogspot.de/2016/05/vermischtes-vom-2-mai-2016.html

 

Anmerkung: Alle statistischen Daten in dieser Pressemitteilung beziehen sich auf Erhebungen und Datensätze der Universität selbst, oder auf Zahlen des Frauenbüros der Universität Mainz.