Auferstanden als Ruine

Das ist leider auf dem Uni-Campus keine hohle Phrase. Der miserable bauliche Zustand vieler Gebäude an der JGU fällt jedem auf, der nur einmal den Campus betreten hat. Abrissreife Gebäude, bei denen es seit Jahren nicht vorwärts geht, riesige unbebaute, zugemüllte Flächen mitten auf dem Campus und ein Eingang, den man seit über einem halben Jahr nicht nutzen kann, sind hier nur die Spitze des Eisberges.  

Denn die Situation innerhalb der meisten genutzten Gebäude ist ähnlich dramatisch: Seminarräume, die völlig überfüllt sind, keine Klimaanlage besitzen und als einzige technische Ausstattung einen Overhead-Projektor haben. Fachschaftsräume, die einem Gerümpelkeller gleichen, zeigen das Desinteresse an studentischem Engagement. Vorlesungssäle, die nur die Hälfte der angemeldeten Studierenden fassen, machen deutlich, dass die Lehre keinen hohen Stellenwert für die Universität besitzt. Auch um behinderte Studierende scheint sich die Uni nicht einen Deut zu scheren, anders lässt sich die mangelnde Barrierefreiheit an zentralen Stellen wie Hörsälen oder dem Bücherturm nicht erklären. Dass der Universitätsleitung jedoch nicht allzu viel an den Studierenden allgemein liegt, sieht man auch daran, dass der häufig frequentierte Bücherturm nicht brandschutzsicher ist und die Universität auch nicht plant in absehbarer Zeit etwas daran zu ändern.

Die sanitären Anlagen in manchen Gebäuden wirken so, als hätte man schlichtweg nicht daran gedacht, dass täglich hunderte Studierende nutzen. An manchen Toiletten hat Mann sogar das Vergnügen durch große Fensterfronten von außen beim Pinkeln beobachtet werden zu können. Aber wie heißt es so schön: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Wer das Untergeschoss des Philos betritt, oder in den zweifelhaften Genuss eines Seminars in diesen Räumlichkeiten kommt, hat sogar die Chance auf ein 4K-Erlebnis: Klägliche, kleine, kalte Kellerräume.

Auch bei der Infrastruktur für die Biologie versagt die Universität auf ganzer Linie, denn dort funktionieren die arbeitsnotwendigen Gasleitungen in den Praktikumssälen nicht. Zudem sorgen rostige Wasserleitungen dafür, dass das Wasser absolut ungenießbar ist. Als Sahnehäubchen obendrauf darf man sich in manchen Gebäuden noch eine Asbest-Vergiftung holen.

Statt an all diesen Punkten endlich einmal anzusetzen, bemüht sich die Universität jedoch stärker um die Exzellenzinitiative für einige wenige Fachbereiche und baut für Millionen einen zweiten Teilchenbeschleuniger, während es für viele andere am Nötigsten mangelt. 

Damit muss Schluss sein! Die Universität und somit auch das Land Rheinland-Pfalz müssen endlich Geld in die Hand nehmen, um allen Studierenden eine vernünftige Lehre zu ermöglichen.