Warum Jogustine schlecht ist und was die Unileitung dazu sagt

Fast alle Studis hatten schon ein Problem mit der Campus Management Software „Jogustine“, manche größere, andere kleinere und auch die Mitarbeiter*innen der Universität können ein Lied über die problembehaftete Software singen. Doch was sagen eigentlich Universitätsleitung und ZDV zu den zahlreichen Problemen der Studierenden und Angestellten mit Jogustine? Die Juso-HSG hat nachgefragt.

Am 04.12.16 haben unsere Senatorin Kathleen und unser Senator Robert eine Anfrage an den Präsidenten der Universität gestellt, die im Februar 2017 beantwortet und dem Protokoll zur Februar-Sitzung des Senats angefügt wurde und dort in Gänze nachzulesen ist.

Die wenig problembewusste Haltung der Universitätsleitung zum Thema lässt sich mit einem Zitat aus der Antwort des Präsidenten auf unsere Anfrage kurz und bündig zusammenfassen, in der dieser schreibt: „Campus-Net/JOGU-StINe ist an der JGU seit 2009 im Produktivbetrieb und läuft seit dieser Zeit grundsätzlich störungsfrei“.

Diese Aussage ist nicht nur in Anbetracht der erheblichen Probleme mit Jogustine von denen Studierende und Mitarbeiter*innen immer wieder berichten höchst erstaunlich, sondern steht auch in krassem Widerspruch zu anderen Aussagen, die von der Universitätsleitung in ihrer Antwort getroffen werden.

So führt die Universitätsleitung selbst an, dass seitens der Mitarbeiter*innen eine Vielzahl an Mängeln beklagt wird, die in insgesamt sieben Mängel-Kategorien unterteilt sind (wie z.B. zu hoher Klickaufwand, Unübersichtlichkeit von Verwaltungsmenüs, fehlende Anerkennungsmöglichkeiten für spezielle Fallkonstellationen etc.), die bis heute nicht vom Softwareentwickler behoben wurden. Weiterhin gibt die Universitätsleitung an, dass man wiederholt die Behebung von Mängeln und die Beseitigung grundsätzlicher Probleme beim Softwareentwickler erbeten habe, dieser aber schon seit 2012 - also seit stattlichen fünf Jahren - die Beseitigung dieser Probleme nicht fertiggestellt hätte. Auf die Frage wann denn nach fünf Jahren Entwicklungszeit diese überarbeitete Version von Jogustine zum Einsatz käme, antwortet die Universitätsleitung lapidar: „Der Zeitpunkt eines Einsatzes an der JGU ist derzeit nicht absehbar.“

Ein weiteres und wesentlich erheblicheres Problem ist jedoch hausgemacht und lässt sich nur bedingt dem Softwareentwickler in die Schuhe schieben. Gemäß der Lizenz die von der Universität erworben wurde, werden nur 180 gleichzeitige Requests von den Applikationsservern beim ZDV erlaubt. Das heißt konkret, dass nur 180 Studierende gleichzeitig gleichzeitig auf Jogustine zugreifen können. In Veranstaltungsanmeldephasen, Prüfungsanmeldephasen und vor allem in der Restplatzvergabe, greifen jedoch deutlich mehr Studierende auf Jogustine zu um sich an- oder abzumelden, oder einen Restplatz zu ergattern. Wenn mehr Studierende zugreifen als nach Lizenz zugreifen dürfen passiert das, was fast alle von uns kennen – die berühmte Jogustine-Fehlermeldung die uns regelmäßig zur Weißglut treibt. Wer sich wie wir über diese haarsträubende Fehlkalkulation der Universität wundert und eine schnelle Erhöhung der verfügbaren Lizenzen und einen Ausbau der Serverlizenzen fordert, bekommt von der Universitätsleitung jedoch gleich erklärt, warum das angeblich nicht machbar sei: „Es gibt allerdings weder Erfahrungswerte von anderen Universitäten noch Tools zur Simulation um die notwendige Anzahl an Lizenzen zu bestimmen.“

 

Als Entgegnung auf die Kritik kündigte die Universität an, Jogustine im März 2017 einer „Verjüngungskur“ zu unterziehen und Jogustine grafisch an das corporate Design anzupassen, gab aber zu, dass dies keinerlei Änderungen an der Funktionalität zur Folge hätte. Wir sagen: Man braucht keine raffinierten Simulations-Tools um zu errechnen, dass 180 Slots für 32000 Studierende nicht reichen. Wir fordern eine grundlegende Verbesserung von Jogustine über folgenlose Kosmetik hinaus, durch den Zukauf weiterer Lizenzen und einem Ausbau der Serverkapazität. Zudem muss seitens der Universität größerer Druck auf den Softwareentwickler ausgeübt werden, der seit fünf Jahren eine grundlegende Überarbeitung der Software verspricht, aber nicht liefert. Wir als Juso-Hochschulgruppe werden uns weiterhin in allen studentischen und akademischen Gremien für eine Verbesserung der Jogustine-Situation einsetzen und halten euch über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.