Jübiläum - Zwanzig Jahre Mauerfall

Am Sonntag, dem 9. November, jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Anlässlich dieses historischen Jubiläums erklärt Jana Schneiß, Sprecherin der Juso-Hochschulgruppe: „Der Fall der Berliner Mauer leitete das Ende des DDR-Unrechtsstaates ein und wird deshalb zu Recht gefeiert. Jedoch ist die Grenze, die Deutschland teilte, auch 25 Jahre nach dem Mauerfall und der anschließenden Wiedervereinigung noch deutlich sichtbar. Zu nennen sind hier beispielsweise die deutlichen Lohnunterschiede zwischen Ost und West. Doch auch in unserer hochschulpolitischen Arbeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird die unterschiedliche Sozialisation einer Generation deutlich, die nie in einem geteilten Deutschland aufgewachsen ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir weiterhin an einer völligen Aufhebung der mittlerweile unsichtbaren Grenze zwischen den alten und den neuen Bundesländern arbeiten.“

Michael Serafin fügt hinzu: „Am 9. November feiern wir nicht nur das Jubiläum des Mauerfalls, wir gedenken auch der doppelten Ausrufung der Weimarer Republik durch Karl Liebknecht und den SPD-Politiker Philipp Scheidemann. Dieses historische Ereignis führte zur ersten gesamtdeutschen Republik mit Verfassung. Der 9. November stellt also auch in Hinblick auf die Ereignisse des frühen 20. Jahrhunderts einen Schicksalstag dar.“

Sabrina Schmidt ergänzt: „Man darf natürlich dabei nicht vergessen, dass 25 Jahre Mauerfall auch 76 Jahre Reichspogromnacht bedeuten. Bei all den bundesweiten Feierlichkeiten müssen wir uns ebenso an die Verbrechen des Faschismus erinnern. Dieses Jahr konnten wir die schlimmsten antisemitischen Ausschreitungen seit langem beobachten. Gerade auch im Hinblick auf die angekündigten Nazidemonstrationen vor dem Bundeskanzleramt dürfen wir nicht vergessen, wie schrecklich die Verbrechen des Nationalsozialismus waren und welche Verantwortung wir tragen, damit sich solche furchtbaren Ereignisse nie wieder wiederholen.“

Abschließend erinnert Jana Schneiß: „Das Gedenken der Vergangenheit soll uns für die Gegenwart lehren. Mit dem Fall der Mauer nahm zwar die innerdeutsche Teilung ein Ende, doch das Sterben geht heute an den Außengrenzen der Festung Europa weiter. Die Mauertoten mahnen uns, ihrem Schicksal nicht gleichmütig gegenüberzustehen.“