Juso-Hochschulgruppe entsetzt über Ausnahmen bei Mindestlohn

Vorgestern wurde bekannt, dass die Bundesregierung sich auf einen Kompromiss beim Thema Mindestlohn geeinigt hat. Darin enthalten sind viele Ausnahmen - unter anderem sollen Praktika erst ab einer Dauer von über drei Monaten mit einem Mindestlohn von 8,50€ vergütet werden. 

"Praktika sind ein essentieller Teil des Studiums und der Zeit danach. Studierende müssen Praxiserfahrungen sammeln, vor allem in Zeiten von verschulten Bachelor- und Masterstudiengängen", erklärt Jana Schneiß, Sprecherin der Juso-Hochschulgruppe. "Wer aber ein Praktikum absolviert, kann nebenbei nicht jobben, um Geld zu verdienen, oftmals ist auch ein Umzug in eine andere Stadt nötig, wo Wohnung und Verpflegung bezahlt werden müssen." Deshalb sei es wichtig, auch Praktika angemessen zu entlohnen.

"Wer ein Praktikum absolviert, arbeitet meist im Betrieb voll mit - auch wenn dieses weniger als drei Monate dauert", fügt Robert Herr, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe, hinzu. "Studierende dürfen nicht länger als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden, nur weil sie auf Praxiserfahrungen angewiesen sind. Wir hoffen, dass die SPD einer solchen Ausnahmeregelung nicht zustimmt und fordern insbesondere den Mainzer Bundestagsabgeordneten Michael Hartmann dazu auf, sich gegen Ausnahmen beim Mindestlohn stark zu machen!"